European Identity Conference (EIC) 2026: KI verändert Identity & Access Management

02.06.2026

Eröffnungs-Keynote der European Identity Conference 2026 in Berlin


Mit mehr als 1.500 Teilnehmern aus über 40 Ländern, rund 300 Speakern sowie mehr als 230 Fachvorträgen und Sessions zählt die European Identity und Cloud Conference (EIC) zu den bedeutendsten Veranstaltungen Europas für Identity & Access Management (IAM), Identity Governance und Cybersecurity. Auch 2026 brachte die Konferenz in Berlin wieder führende Analysten, Hersteller, Anwender und Berater zusammen, um über aktuelle Entwicklungen und die Zukunft der digitalen Identität zu diskutieren.

Natürlich durfte auch Ruhloff & Dauner in diesem Jahr nicht fehlen. Für uns ist die EIC seit vielen Jahren eine der wichtigsten Veranstaltungen, um neue Impulse für unsere Kundenprojekte zu gewinnen, den Austausch mit Partnern und Herstellern zu pflegen und einen Blick auf die zukünftige Entwicklung des IAM-Marktes zu werfen.


KI als beherrschendes Thema der EIC 2026

Bereits nach den ersten Sessions war klar: Künstliche Intelligenz ist nicht länger nur ein Trendthema, sie bestimmt inzwischen die strategische Ausrichtung nahezu aller Hersteller und Analysten im Bereich Identity & Access Management. Kaum eine Keynote oder Fachsession kam ohne KI (AI), Agentic AI oder AI Security aus. Die zentrale Frage lautete dabei nicht mehr, ob KI das IAM verändern wird, sondern wie Unternehmen diese Technologien sicher, nachvollziehbar und verantwortungsvoll einsetzen können.


Das Team von Ruhloff & Dauner auf der European Identity Conference 2026 in Berlin (v.l.: Geschäftsführer Peter Dauner, Senior Consultant Theo Paraskevopoulos, Geschäftsführer Ingo Ruhloff).


Die Zukunft von Identity Security und Identity Fabric

Eines der Highlights der Konferenz war die Eröffnungs-Keynote „Identity Security: From Workforce to Everything“ von Martin Kuppinger, Gründer und Distinguished Analyst von KuppingerCole Analysts.

Kuppinger zeichnete ein eindrucksvolles Bild davon, wie sich Identity Security in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird. Dabei standen insbesondere folgende Entwicklungen im Mittelpunkt:

  • Identity Security umfasst künftig weit mehr als Mitarbeiteridentitäten. Maschinen, IoT-Geräte, Cloud-Workloads und autonome KI-Agenten werden zu gleichwertigen Identitäten.
  • Identity Fabric, Cybersecurity Fabric und AI Security Fabric wachsen zusammen und bilden künftig das Fundament moderner Sicherheitsarchitekturen.
  • AI Security und AIdentity entwickeln sich zu eigenständigen Disziplinen, um KI-Agenten sicher zu steuern und ihre Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.
  • Identity wird zur zentralen Vertrauensinstanz für die gesamte Unternehmenssicherheit.


Für uns bestätigt diese Entwicklung einen Trend, den wir bereits seit einiger Zeit in unseren Kundenprojekten beobachten: Identity & Access Management entwickelt sich immer stärker zu einer zentralen Säule moderner Unternehmenssicherheit. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI wird dieser Wandel in den kommenden Jahren nochmals deutlich an Dynamik gewinnen.


Künstliche Intelligenz im Identity & Access Management

Einen bewusst praxisorientierten Gegenpol setzte Larry Chinski, Chief Strategy Officer von One Identity, mit seiner unterhaltsamen Keynote „Beyond the Buzz: The Real Role of AI in IAM“.

Während viele Diskussionen rund um KI derzeit von Euphorie geprägt sind, zeigte Chinski sehr anschaulich, an welchen Stellen AI heute bereits einen echten Mehrwert im Identity & Access Management liefert.

Besonders in Erinnerung geblieben sind uns dabei fünf zentrale Erkenntnisse:

  • KI wird zum festen Bestandteil moderner IAM-Plattformen, insbesondere bei Risikoanalysen, Identity Lifecycle Management und Access Governance.
  • Predictive AI und Generative AI verfolgen unterschiedliche Ziele und ergänzen sich sinnvoll im IAM-Umfeld.
  • KI kann Administratoren unterstützen, beispielsweise durch Role Mining, Zugriffsempfehlungen oder die Erkennung von Anomalien.
  • Sicherheitskritische Entscheidungen müssen weiterhin nachvollziehbar, auditierbar und regelbasiert bleiben. Governance darf nicht durch Black-Box-Entscheidungen ersetzt werden.
  • Eine erfolgreiche IAM-Strategie benötigt auch künftig klare Prozesse und Governance, KI ist dabei ein intelligenter Assistent, aber kein Ersatz für bewährte Sicherheitsmechanismen.


Larry Chinskis Fazit brachte diese Sichtweise perfekt auf den Punkt:

AI will enhance your IAM platform, but it should not be the foundation of it.

Dieser Aussage können wir uns uneingeschränkt anschließen. AI bietet enormes Potenzial, um IAM-Lösungen intelligenter und effizienter zu machen. Die Verantwortung für Zugriffsentscheidungen und Governance muss jedoch weiterhin auf transparenten und nachvollziehbaren Prozessen basieren.


Networking in besonderer Atmosphäre

Neben den zahlreichen Fachvorträgen bot die EIC auch in diesem Jahr wieder hervorragende Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Ein besonderes Highlight war erneut die traditionelle Bootsfahrt auf der Spree, die den idealen Rahmen bot, um Gespräche mit Kunden, Partnern und Experten der IAM-Community in lockerer Atmosphäre fortzusetzen.

Pünktlich zum Ablegen zeigte sich Berlin zunächst von seiner regnerischen Seite und die Bootsfahrt begann bei strömendem Regen. Glücklicherweise ließ der Regen im Laufe des Abends nach, sodass wir die beeindruckende Berliner Skyline und viele Sehenswürdigkeiten schließlich doch noch vom offenen Oberdeck aus genießen konnten. In Verbindung mit den zahlreichen interessanten Gesprächen wurde die Bootsfahrt einmal mehr zu einem besonderen Erlebnis.


Unser Fazit

Die European Identity Conference 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Künstliche Intelligenz die Zukunft des Identity & Access Managements maßgeblich prägen wird. AI wird Prozesse automatisieren, Administratoren unterstützen und neue Möglichkeiten für Analyse, Governance und Risikobewertung schaffen.

Gleichzeitig wurde aber ebenso deutlich, dass Governance, Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen auch in Zukunft das Fundament jeder erfolgreichen IAM-Strategie bilden. KI ist ein leistungsstarker Enabler, sie ersetzt jedoch keine sauberen Prozesse, keine klaren Verantwortlichkeiten und keine durchdachte Identity Governance.

Für uns war die EIC 2026 erneut eine inspirierende Veranstaltung mit vielen wertvollen Impulsen und spannenden Gesprächen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden wir in unsere Beratungsprojekte und die Weiterentwicklung unserer Mehrwertlösungen – den R&D RoleManager, die QuickIAM Access App und den AD Analyzer – einfließen lassen.

Wir freuen uns schon heute auf die European Identity Conference 2027.


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